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Yuma-Tsil
»Ah, so ist es gemeint! Nun, ja; er kämpft mit ihr. Wenn sie ihn beißen will, giebt er ihr die Tatze, das ist auch ein Kampf. Du wirst zusehen wollen. Bleib hier liegen, damit du nicht gesehen und erkannt wirst!«
Darauf begab ich mich zu den beiden Knaben, welche mit so unbefangenen Mienen bei einander saßen, als ob ganz und gar nichts Ungewöhnliches vorgefallen oder zu erwarten sei.
»Ich sprach mit euerm Vater, dem Häuptlinge,« sagte ich ihnen. »Was gedenkt ihr zu thun?«
»Kämpfen,« antwortete der Kleine. »Ich will mir einen Namen holen; darum hat mein Bruder mir den Yuma abgetreten.«
Das war mehr als naiv. Der eine hatte dem andern den Yuma abgetreten; sie betrachteten denselben also schon als ihr Eigentum. Wenn ein erfahrener und bewährter Krieger eine solche Zuversicht besitzt, so ist's begreiflich und auch zu loben; zeigt sie sich aber in so jugendlichem Alter und bei einer so ernsten Veranlassung, so möchte man es für Unverstand halten.
Auf unserer Seite herrschte tiefe Stille. Mann lag neben Mann im Grase, um das Kommende zu erwarten. Schon war es gegen Mitternacht, und es wurde fast ein Uhr, als der »lange Fuß« wieder zu der Buche kam und verkündete:
»Im Rate der Alten ist folgendes beschlossen worden: Erst kämpft Old Shatterhand und dann der Mimbrenjoknabe. Der Kampf Old Shatterhands findet mit der Lanze statt. Noch hat sich kein Gegner gefunden; darum wird die Art und Weise später mitgeteilt werden. Der Mimbrenjo wird im Wasser mit dem Messer kämpfen. Sein Gegner ist der >schwarze Biber<. Beide kämpfen, bis einer tot ist; keiner darf vorher das Wasser verlassen.«
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