|
|
|
|
| |
Vergebliche Jagd
holende Eigentümlichkeit an sich zu gewöhnen. Meist besteht sie darin, daß man dem Tiere einen Teil irgend einer Sure in die Ohren flüstert. Und da man selten eine Sure betet, ohne vorher die Fathha zu beten, so trat ich zwischen die beiden mir nächsten Pferde, liebkoste sie durch Streichen der Mähne und begann, halblaut die Fathha herzusagen. Die Pferde, und nicht nur die beiden allein, spitzten die Ohren und ließen kein Zeichen der Unruhe hören oder sehen.
Ich suchte die drei besten aus und sattelte sie, eins nach dem andern, was weit über eine halbe Stunde in Anspruch nahm. Nun galt es, sich mit Wasser und irgendwelchem Proviante zu versehen. Ich sah mich um. In dem Augenblicke trat ein Beduine aus dem dritterwähnten Zelte, blickte gegen Osten, breitete seine Arme aus und rief mit lauter Stimme:
»Allah ill Allah! Auf, ihr Gläubigen, zum Gebete des Morgens, denn El Isfirar, der gelbe Schimmer des Tages, ist erschienen!«
Im Nu wurde es im Lager lebendig. Die Schläfer erhoben sich. Da durfte keine Minute, keine Sekunde, kein Augenblick verloren werden. Ich zerschnitt einige Palmenfaserstricke des Pferches, um einen Ausgang zu verschaffen, und schwang mich in einen Sattel; im nächsten Momente saßen Winnetou und Emery auf den beiden andern Pferden. Wir jagten, ohne einen Laut, einen Ruf hören zu lassen, davon, das Wadi empor.
Alle Beduinen, die sich erst jetzt den Schlaf aus den Augen gerieben hatten, standen starr vor Schreck. Selbst denen, an welchen wir vorüber mußten, fiel es nicht ein, sich uns entgegenzustellen. Dann aber brach ein wahrer Höllenskandal hinter uns los. Wir hörten alle Ausrufe des Schreckes und des Entsetzens, welche die arabische
|
|
|
| |
|