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Vergebliche Jagd
Dies thaten wir, und dann erst nahmen wir uns die Zeit, das Wadi zu überblicken. Was waren die Uled Ayun doch für Menschen! Sie hatten drei so gefährliche Gefangene, wie wir waren, und dennoch schliefen sie alle; kein einziger Posten oder Wächter war zu sehen.
Links sahen wir die Reitkamele, und in dem Lanzenpferche lagen die Pferde, die ich am Tage so bewundert hatte. Die Menschen lagen einzeln oder in kleinen Gruppen zwischen den Schafen und andern Weidetieren, welche entweder auch schliefen, oder dumm in den beginnenden Tag hineinstierten.
»Pferde oder Kamele?« fragte mich Winnetou.
»Pferde,« antwortete ich. »Kommt hinter mir her!«
Ich legte mich auf den Boden nieder und kroch auf die Pferde zu; die beiden andern folgten mir. In der Nähe des Pferches angekommen, hielt ich an und flüsterte ihnen zu:
»Wartet hier, bis ich euch winke. Wir drei zugleich würden die Tiere unruhig machen; wir dürfen sie nicht schnauben lassen.«
Ich sah mich noch einmal vorsichtig um. Kein Schläfer hatte sich erhoben; niemand war aufgewacht. Rechts von mir, dreißig Schritte entfernt, stand ein Zelt, in dem der tiefste Schlaf wohnte. Geradeaus lag ein zweites in noch größerer Entfernung, dann weiterhin ein drittes.
Weiterkriechen durfte ich nicht, um die Pferde nicht aufzuregen; ich mußte es vielmehr wagen, mich zu erheben und aufrecht zu ihnen zu treten; das that ich denn auch, indem ich mich ihnen langsam und wie ein Bekannter näherte.
Nun kam die Hauptsache. Jedes edle arabische Pferd hat ein sogenanntes Geheimnis, und jeder Besitzer eines solchen Tieres pflegt es durch eine sich täglich wieder-
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