|
|
|
|
| |
Vergebliche Jagd
wärts, und dann wenigstens drei Ellen wagerecht weiter. Winnetou befand sich jedenfalls schon unter dem Steine und hatte dann, um das Freie zu erreichen, wieder aufwärts zu graben. Es war gegen Mitternacht; in einer Stunde konnten wir fertig sein.
Da hörte ich vor mir ein dumpfes Geräusch.
»Emery!« rief ich.
»Ja. Was?« antwortete er.
»Was macht Winnetou?«
»Er ruht aus; es kommt kein Sand mehr von ihm zu mir.«
»Um Gottes willen, greif nach ihm!«
Ein kurzer und doch banger Augenblick verging, dann schrie Emery förmlich auf:
»Er ist verschüttet!«
»Himmel! Ganz?«
»Nein; ich habe die Beine. Bleib stehen! Verdränge mich nicht! Es ist kein Platz dazu.«
Ich hatte ihn beiseite schieben wollen.
»Mach schnell, sonst erstickt er!« drängte ich in höchster Angst.
Indern ich meine Hände auf seinen Rücken legte, fühlte ich, daß er mit Aufbietung aller seiner Kräfte nach vorn arbeitete. »Cheer up!« rief er dann. »Jetzt hat er Luft! Er lebt! Winnetou, alter guter Junge, wie geht's?«
Da hörte ich zu meinem höchsten Entzücken die Stimme des Apatschen:
»Es war die höchste Zeit; ich stand schon am Ersticken. Die Decke fiel ein und drückte mich nieder; ich konnte nicht einmal rufen.«
Er pustete, nieste und entfernte den Sand, der ihm in Mund, Nase und Augen gedrungen war. Dann fügte er hinzu:
|
|
|
| |
|