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Unter der Erde
Zunächst gewinne ich ihm im Spiele auf unauffällige Weise soviel und noch mehr ab, als ich brauche.
»Er hat sich mir vollständig an- und aufgeschlossen, behandelt mich wie einen Zwillingsbruder und mag nichts davon hören, wenn ich auch nur leise beginne, von Trennung zu sprechen. Er wünscht, daß ich ihn nächstens auf einer großen Reise begleite. Er reist nämlich leidenschaftlich gern, und sein sonst so geiziger Vater setzt dem, trotz der Summen, die es kostet, nichts entgegen. Seine liebste, ja fast einzige Lektüre sind Reiseschilderungen. So hat er die Vereinigten Staaten durchreist, war in Canada und Mexiko und ist sogar schon auch in Janeiro und England gewesen. Jetzt spukt der Orient in seinem Kopfe. Gelehrte, Fürsten, Prinzen reisen hin; warum soll der Sohn eines amerikanischen Millionärs nicht dasselbe können! Ich gehe natürlich nicht nur auf diese Marotte ein, sondern gebe mir alle Mühe, ihn darin zu bestärken. Es würde mir ja auf diese Weise möglich, meinen Vater zu sehen, welcher wegen Old Shatterhands, der auch so ein verwünschter Deutscher ist, aus dem Lande mußte und, wie Du weißt, die nötige Verborgenheit jenseits des Mittelmeeres gesucht hat.
»Nun sitzen wir von früh bis spät abends bei einander und studieren mit Hilfe zweier Lehrer eine türkische und eine arabische Grammatik, lesen Haremsgeschichten und zeichnen weiße Odalisken und dunkle Sklavinnen an die Wände. Da Small sehr gut veranlagt ist und seinen Reiseplan mit wahrem Feuereifer verfolgt, so macht er in den beiden Sprachen schnelle Fortschritte, und ich muß ihm wohl oder übel folgen. Noch einige Monate, und wir werden, vom Alten mit tüchtigen Checks versehen, über den Atlantischen dampfen.
»Ich schreibe Dir dies mit solcher Ausführlichkeit,
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