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In Tunis
Er nahm ihn beim Beine; ein riesenkräftiger Ruck, und der Reiter flog in einem weiten Bogen auf die Erde, wo Emery ihn mit einigen Faustschlägen betäubte, während Winnetou und ich mit unsern Gewehren die andern in Schach hielten. Der Scheik wurde entwaffnet und dann an Händen und Füßen gebunden.
Ich wendete mich nun zu demjenigen, welcher seinen Gesichtszügen und den Narben nach, welche er hatte, der mutigste zu sein schien, und gebot ihm:
»Jetzt nun du! Herab und hin, um dein Gewehr und Messer abzuliefern! Eins - zwei - !«
Er wartete die drei gar nicht ab, sondern stieg, zwar finstern Blickes, aber doch gehorsam, vom Pferde, gab Winnetou seine Waffen, wurde gebunden und setzte sich dann nieder.
Nun glaubte ich, daß es schneller und ohne großen Widerstand gehen werde. Ich hatte mich da nicht geirrt. Uns kam die mohammedanische Ansicht vom Kismet zu statten: Es war Allahs Wille; es stand im Buche des Lebens verzeichnet. Sie gehorchten alle, und nur zwei stießen, indem sie sich doch notgedrungen fügten, dabei Verwünschungen aus. Der eine rief mir zu: »Jil' an daknak - verflucht sei dein Bart!« woraus ich mir natürlich nichts machte. Und der andre fuhr mich grimmig an: »Allah jelbisak bornehta - Allah setze dir einen Hut auf!« Dies bezieht sich darauf, daß ein Moslem niemals einen Hut trägt; die Verwünschung will also sagen: Gott rechne dich zu den Ungläubigen, und da ich im Sinne des Islam Zeit meines Lebens zu den Ungläubigen gehört habe, so konnte auch dieser sonst so entsetzliche Fluch mich weder in großen Zorn versetzen, noch zu bittern Thränen rühren. Hatte ich doch manchen Tag meines Daseins einen Filz- oder Strohhut und zur schönen
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