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Ein Millionär
Es war mir herzlich schlecht zu Mute; mein Kopf brummte wie eine Baßgeige, und meine Glieder waren wie zerschlagen. Nach langer Zeit hörte ich Schritte; ein Riegel wurde zurückgeschoben; dann sah ich vor mir einen Menschen in Matrosentracht, welcher ein Licht in der Hand hatte. Es war der Matrose, mit welchem ich gestern beisammen gewesen war. Er ließ ein rohes Lachen hören und sagte:
»Heraus mit dir, Landratte! Der Kapitän will dich sehen. Aber rede manierlich mit ihm, und widersprich ihm nicht; er ist kein Guter.«
»Ich kroch mühsam aus dem Loche; es war, wie ich später erfuhr, das Arrestlokal für widerspenstige Matrosen. Ich folgte dem >guten Freunde< zwei sehr schmale und sehr steile Treppen hinauf und sah mich dann auf dem Verdecke eines Schiffes, welches unter vollen Segeln ging. Ringsum war nichts als Wasser zu sehen. Ich wurde nach hinten geführt, wo der Kapitän auf mich wartete. Er hatte sehr weite Hosen an, ein goldbetreßtes Käppi auf dem Kopfe und einen gewaltigen Schnurr- und Knebelbart. Er nahm mich bei den Armen, drehte mich einigemale um und um, befühlte meine Muskeln und Knochen, grinste mich dann an, wie eine Katze die Maus, die sie verschlingen will, und fragte:
»Woher bist du?«
»Ich sagte ihm bei dieser und weiteren Fragen ohne Zaudern die Wahrheit, denn bei dem Gesichte, welches der Mann machte, getraute sich kein falsches Wort über meine Lippen.«
»Scheinst ein sauberes Früchtchen zu sein; werden dich aber kurieren. Habe die Absicht, dich als Schiffsjunge mitzunehmen. Dort steht der Maat, dem du zu gehorchen hast. Bei jedem Widerspruch setzt es Prügel. Marsch, fort mit dir!«
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