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Ein Millionär
gute Lehren und ein Stück Brot gaben. Aber ich konnte dieses Leben, diese Wanderung doch nicht aushalten; es ging mir von Tag zu Tag schlimmer, bis ich hinter Magdeburg auf offener Straße liegen blieb; ich konnte vor Hunger und Entkräftung nicht weiter und kroch in eine Schneewehe, um da zu sterben; denn daß mich da der Tod des Erfrierens erwartete, das wußte ich. Ich schlief auch sofort ein. Ich erwachte, als unter mir schwere Räder im Schnee knarrten; über mir erblickte ich eine Wagenblahe, und ich lag in tiefem, warmem Stroh, mit zwei Pferdedecken überbreitet. Nach einiger Zeit schaute ein dickes, kälterotes Gesicht vorn herein, sah, daß ich die Augen offen hatte, und fragte:
»Du lebst wieder, Junge? Wo kommst du her?«
»Aus Sachsen.«
»Wo willst du hin?«
»Nach Amerika.«
»Famos! Was sagt denn dein Vater dazu?«
»Nichts. Ich habe keinen mehr.«
»Und deine Mutter?«
»Auch nichts. Die ist alle Tage betrunken.«
»Was bist du denn eigentlich?«
»Schusterlehrjunge.«
»Und wie ist dein Vorname?«
»Konrad.«
Gut! Merke dir, was ich dir jetzt sage! Dort neben dir hängt ein Kober mit Brot und Käse; davon kannst du essen, soviel du willst. Dann kriechst du tiefer ins Stroh und kommst nicht eher heraus, als bis ich dich heraushole!«
Nach diesen Worten verschwand das Gesicht wieder. Das mit dem Kober ließ ich mir nicht zweimal sagen. Er enthielt ein halbes Brot und einen großen, ganzen
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