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Ein Millionär
»Ein Luftikus, ein Taugenichts!«
»Das sieht man Ihnen freilich nicht an!«
»Weil ich jetzt keiner mehr bin. Ich wurde im Armenhause geboren, war also ein Armenhäusler und befand mich auf dem richtigen Wege, ein Zuchthäusler zu werden.«
»Was Sie sagen! Wenn das so ist, so haben Sie jedenfalls mit diesen Erinnerungen gebrochen und es ist besser, darüber zu schweigen.«
»Es würde mir auch gar nicht einfallen, einem andern etwas darüber zu sagen, aber da Sie derjenige sind, der Sie eben sind, so will mir gern das Herz aufgehen. Sie sind ein Deutscher. Vielleicht ist Ihnen die Gegend bekannt, aus welcher ich stamme.«
Er nannte ein kleines erzgebirgisches Städtchen.
»Kenne ich ganz gut,« antwortete ich. »Bin früher einigemal dagewesen. «
»So werden Sie auch die armen Verhältnisse kennen, welche dort herrschen, oder doch geherrscht haben. Jetzt ist's vielleicht anders und besser geworden; damals aber that der Staat weniger, als er jetzt thut, und die Gemeinden waren auf sich selbst angewiesen. Denken Sie sich eine blutarme Bürgerschaft und dazu ein Armenhaus mit noch viel ärmeren Insassen! Diese waren wahrhaftig meist nur auf das angewiesen, was sie sich auf den umliegenden Dörfern erbettelten. Einige ungekochte Kartoffeln, einige Schnitte trockenes Brot, ein Stückchen harter Käse, das war es, was sie von den Bettelgängen heimbrachten. Klug waren die, welche sich davon ein Mahl bereiteten. Meine Mutter aber war leider nicht so klug.«
»Ihre Mutter? Die lebte auch im Armenhause?«
»Ja. Ich sagte Ihnen ja, daß ich in demselben
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