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Am Dschebel Magraham
Kamelstuten an die Frau zahlen, wenn sie nicht ihr Leben lassen wollen. Sind die Betreffenden nicht reich genug, so mag ihr Stamm für sie eintreten!«
Man schaffte sie fort, doch hielt man auf meinen Wink den Scheik zurück, welchen, da er sich unbändig gezeigt hatte, die Füße wieder gebunden wurden.
Jetzt ging die Sonne unter, und es war also die Zeit des Moghreb gekommen, des Gebetes, wenn die Sonne sich hinter dem Horizonte niedersenkt. Bei jeder Karawane, bei jedem Trupp, der sich unterwegs befindet, giebt es jemand, welchem das Amt des Vorbeters übertragen ist; ist's kein moslemitischer Geistlicher, Derwisch oder Moscheebeamter, so ist's ein Laie, der die zu beobachtenden Funktionen genau kennt. Hier bei uns war es mein Freund, der Feldwebel, der alte Sallam. Kaum berührte die Sonne den Horizont, so rief er mit lauter, weithin schallender Stimme:
»Hai alas Sallah, hai alal felah! Allahu akbar! Aschada anna la ilaha il Allah, aschadu anna Mohammad- ar- rasulullah - auf zum Gebete, auf zum Heile! Gott ist sehr groß! Ich bekenne, daß es keinen Gott giebt außer Gott. Ich bekenne, daß Mohammed der Gesandte Gottes ist!«
Darauf folgte der für dieses Gebet vorgeschriebene Lobpreis, welcher aus siebenunddreißig Versen oder Abschnitten besteht, und zu dem in den Moscheen Rauchwerk mit Laudanurn geopfert wird. Die Soldaten lagen alle auf den Knieen, die Gesichter gen Mekka gerichtet und verrichteten ihr Gebet mit einer Andacht und Hingebung, welche man manchem Christen wünschen möchte. Nur der Scheik konnte nicht beten, weil er doppelt gebunden war. Er verwendete fast kein Auge von mir, und ich bemerkte, daß er mich mit dem Ausdrucke der Verachtung
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